01.07.2026
Wir trauern um die Kolleg*innen in Stade.
PRESSEMITTEILUNG
Datum: 01. Juli 2026
Ort: Berlin
Herausgeber: Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH)
Die Tötung der Kolleg*innen in Stade macht uns fassungslos und betroffen. Wir übermitteln den Angehörigen, Kolleg*innen und Freund*innen unsere Anteilname.
Wir möchten im Namen des Verbandes und all unserer Mitglieder unser tiefes Mitgefühl übermitteln und unsere Trauer darüber zum Ausdruck bringen, dass Kolleg*innen, die ihrer Aufgabe im Kinderschutz nachgegangen sind, getötet wurden. Das ist eine schreckliche Tragödie.
Umgang mit Gefahrensituationen in der Sozialen Arbeit
Die Tat ist ein extremes Ereignis in einem zentralen Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit. Sozialarbeiter*innen im Jugendamt und in Jugendeinrichtungen setzen sich täglich dafür ein, Kinder zu schützen und stellvertretend ihre Rechte zu wahren. Gewalt, Bedrohungen und verletzendes Verhalten sind Gefahrsituationen, mit denen Sozialarbeiter*innen im beruflichen Alltag je nach Arbeitsfeld konfrontiert sind.
Schutz- und Sicherheitskonzepte in der Sozialen Arbeit
Strukturell ist die Frage nach Schutz- und Sicherheitskonzepten losgelöst von diesem schlimmen Ereignis in Stade zentral und relevant. Aktuell laufen die Ermittlungen und wir möchten von Spekulationen in diesem Fall absehen. Unsere berufsethische Verpflichtung, sich für Andere einzusetzen, darf allerdings nicht bedeuten, dass die eigene Sicherheit dabei vernachlässigt wird. Es gibt ein strukturelles Versäumnis, wenn Soziale Arbeit als systemrelevant anerkannt ist, aber die Schutzmaßnahmen oder die personelle Ausstattung im Grundsatz nicht dem Risiko der Tätigkeit angemessen sind. Wir nehmen uns die Zeit, mit unseren Mitgliedern ins Gespräch zu gehen, um Gefährdungen im Berufsalltag zu besprechen und uns mit Vorschlägen aus der Profession heraus an die Verantwortlichen zu wenden.
Wir danken den Kolleg*innen, die in diesen Stunden ihre Solidarität und Anteilnahme zum Ausdruck bringen und allen Sozialarbeiter*innen, die sich täglich mit viel Engagement für ihre Adressat*innen einsetzen.
Pressekontakt:
Ludwig Prothmann
DBSH Bundesvorstand
E-Mail: prothmann(at)dbsh(dot)net
Telefon: 030 288 756 316